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Schwere Aufgabe

Nach dem befreienden 4:0-Erfolg gegen Malchin II wartet auf die Fußballer von Traktor Sarow nun eine der schwersten Aufgaben der laufenden Saison. Die Reise geht zur SG Mühlenwind Woldegk – einem Team, das bisher eine makellose Heimbilanz vorweisen kann.

Die Rollen vor der Partie scheinen klar verteilt. Die Gastgeber aus Woldegk rangieren derzeit auf dem dritten Tabellenplatz und befinden sich in einer guten Form: Die letzten vier Spiele konnten allesamt gewonnen werden.

Besonders beeindruckend ist jedoch ihre Heimbilanz. Acht Spiele, acht Siege – mehr „Heimmacht“ geht nicht. Auch wenn der Kunstrasenvorteil in Woldegk oft zitiert wird, zeigt die Konstanz der Mühlenwind-Elf, dass weit mehr als nur der Untergrund hinter diesem Erfolg steckt.

Wenn die Sarower an das Hinspiel denken, dürfte der Puls bei vielen Beteiligten sofort steigen. Es war ein Spiel, das an Dramatik und Hektik kaum zu überbieten war.

Bis zur 90. Minute sah Traktor wie der sichere Sieger aus und führte mit 3:2. Doch was dann folgte, war ein Kuriosum sondergleichen. In einer hitzigen Atmosphäre und einer sage und schreibe 15-minütigen Nachspielzeit drehten die Woldegker die Partie komplett und gewannen am Ende noch mit 5:3.

Diese „offene Rechnung“ und die Erinnerung an die strittigen Entscheidungen dürften für die Sarower zusätzliche Motivation sein, es diesmal über die volle Distanz konzentrierter zu Ende zu bringen.

Mit 55 Saisontoren stellt Woldegk die zweitbeste Offensive der Liga. Besonders im Fokus steht dabei Top-Torjäger Florian Selke, der mit 15 Treffern den dritten Platz der KOL-Torschützenliste belegt.

Doch die Statistik verrät auch eine Schwachstelle: Im Vergleich zu den anderen drei Top-Teams der Liga ist die Defensive der Woldegker verwundbar. 36 Gegentreffer sind deutlich mehr als bei der direkten Konkurrenz an der Spitze. Hier liegt vielleicht  die Chance für die Sarower. 

Es ist ohne Zweifel ein „knackiges“ Brett, das die Sarower in Woldegk bohren müssen. Um die Siegesserie der Gastgeber zu brechen, braucht es eine Topleistung über 90 (oder eben 105) Minuten. Wenn die Defensive hält und man die sich bietenden Lücken in der Woldegker Hintermannschaft konsequent nutzt, ist ein Punktgewinn in der Fremde kein gänzlich aussichtsloses Unterfangen.