Wo sonst das „runde Leder“ rollt, fliegen am 23. Mai die Wurfhölzer. Der Sarower Sportplatz wird zum Schauplatz für strategische Holzschlachten. Organisator Jan Ladwig bringt den schwedischen Volkssport in die Heimat.
Der gepflegte Rasen des Sarower Sportplatzes ist normalerweise das Revier der Fußballer von Traktor Sarow. Doch am Pfingstsonnabend, den 23. Mai, weht ein anderer Wind über den Platz. Dann hat das „runde Leder“ Pause, und es geht um taktisches Geschick, eine ruhige Hand und ein wenig nordische Gelassenheit. In Sarow wird Kubb gespielt – besser bekannt als „Wikingerschach“.
Der Begriff „Wikingerschach“ ist dabei weit mehr als nur ein Name; es ist ein genialer Marketing-Schachzug. Durch die Verknüpfung mit der rauen, abenteuerlichen Aura der Wikinger wurde aus einem einfachen Holzspiel ein echtes Lifestyle-Produkt, das längst deutsche Gärten, Parks und Strände erobert hat. Der Zusatz „Schach“ ist dabei Programm: Genau wie beim königlichen Spiel ist Köpfchen gefragt. Bevor man den „König“ in der Mitte des Spielfelds zu Fall bringen darf, müssen erst die gegnerischen „Soldaten“ (die Basiskubbs) mit Wurfhölzern besiegt werden.
Obwohl die echten Wikinger vermutlich nie ein solches Wurfholz in der Hand hielten, passt der Geist von Strategie, frischer Luft und geselligem Wettbewerb perfekt zum nordischen Image. Seine modernen Wurzeln hat das Spiel auf der schwedischen Insel Gotland, wo 1995 die erste offizielle Weltmeisterschaft stattfand und den internationalen Boom auslöste.
Die Idee, dieses Event nach Sarow zu holen, stammt von einem ehemaligen Sarower Kicker: Jan Ladwig. Der ehemalige Traktor-Spieler wohnt mittlerweile in Wismar, ist seiner Heimat und dem Verein aber immer noch eng verbunden. Am Pfingstsonnabend wird er persönlich als Turnierchef fungieren und darauf achten, dass auf den 8×5 Meter großen Spielfeldern alles mit rechten Dingen zugeht.
Das Turnier beginnt um 14:00 Uhr. Das Schöne am Kubb: Es ist ein Sport für wirklich jeden. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht, was den Nachmittag zu einem idealen Event für die gesamte Familie macht. Gespielt wird in Teams, die aus mindestens zwei und maximal fünf Spielern bestehen sollten.
Wer dabei sein möchte, muss sich jedoch sputen: Das Teilnehmerfeld ist auf maximal 16 Teams begrenzt, und es gibt noch freie Plätze. Die Startgebühr pro Team beträgt moderate 10,- Euro.
Der genaue Turniermodus wird kurz vor Beginn festgelegt und richtet sich nach der endgültigen Teilnehmerzahl.
Interessierte Mannschaften können sich direkt beim Verein in Sarow melden, um sich einen der begehrten Startplätze zu sichern. Es ist alles angerichtet für einen Nachmittag im Zeichen der Wikinger – ganz ohne Fußball, aber mit mindestens genauso viel Spannung.
Auf einen Blick: