Es ist wieder Derbyzeit! Die SG Sturmvogel Völschow empfängt den SV Traktor Sarow zu einem Duell, das weit mehr ist als nur ein gewöhnliches Punktspiel. Es ist eine sportliche Rivalität, die seit Jahrzehnten elektrisiert
und die ihre Wurzeln vielleicht in einer legendären Geste des Fairplays hat.
Lang ist es her, aber vielleicht hat die sportliche Rivalität einst im Frühjahr 1990 begonnen, als die Sarower Traktor Fußballer in Völschow gegen Völschow im Pokalfinale mit 7:4 nach Verlängerung gewannen. Völschows Spiritus Rektor Günter Lewerenz nahm die Niederlage wie eine Gentlemen und lud die Sarower zu einem festlichen Essen ein.
Dass es auf dem Rasen dennoch hochherzig zugehen kann, bewies das Hinspiel dieser Saison. Traktor siegte knapp mit 2:1 durch einen Last-Minute-Treffer von Nico John. In Erinnerung blieb jedoch vor allem die „Farbenlehre“ des Unparteiischen: Zehnmal Gelb und drei Platzverweise ließen Außenstehende eine wüste „Holzerei“ vermuten.
Wer dabei war, weiß, dass das Spiel über weite Strecken völlig normal verlief, so die Stimmen aus dem Umfeld. Der Schiedsrichter übertrieb es schlicht mit der Kartenzückerei; zwei der drei Platzverweise am Ende waren mehr als strittig. Für das Rückspiel hoffen beide Lager nun auf ein glücklicheres Händchen der Spielleitung.
Tabellarisch ist es ein Duell auf Augenhöhe, doch die aktuellen Trends könnten kaum unterschiedlicher sein:
Während die Völschower nach der deutlichen 1:5 Niederlage bei Hanse Neubrandenburg, bei der Völschows Kapitän Niklas Boll die Ampelkarte kassierte, auf Wiedergutmachung brennen und mit ihrer bisherigen Rückrundenausbeute sichtlich nicht zufrieden sind, reist Sarow mit Rückenwind an. Der 4:2-Erfolg gegen Kummerow hat die Mannschaft von Trainer Danilo Hell bis auf zwei Zähler an die Sturmvögel herangebracht. Mit einem Auswärtssieg könnte Traktor an Völschow vorbeiziehen.
Für die Sarower markiert die Reise nach Völschow zudem einen Meilenstein im Spielplan: Es ist das definitiv letzte Auswärtsspiel dieser Saison. Danach genießt die Hell-Elf dreimal in Folge Heimrecht. Umso motivierter wird man sein, die „Auswärtstournee“ mit einem Derby-Dreier zu krönen.