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Derbyniederlage

Spannung bis zur Schlussphase: Im mit Spannung erwarteten Derby zwischen der SG Sturmvogel Völschow und SV Traktor Sarow behielten die Gastgeber am Ende mit 5:2 die Oberhand. Ein Ergebnis, das nach dem Spielverlauf etwas zu hoch ausfällt, aufgrund einer starken zweiten Hälfte der Völschower aber letztlich in Ordnung geht. Überschattet wurde die Partie von einer schweren Verletzung auf Sarower Seite.

 Es lief bereits die 88. Spielminute, als Nick Rupp die Völschower Erlösung herbeiführte: Mit seinem Treffer zum 4:2 bog Sturmvogel endgültig auf die Siegerstraße ein. In der Nachspielzeit setzte Gustav Nast sogar noch einen drauf und schraubte per Konter das Ergebnis auf 5:2 in die Höhe. Ein bitteres Ende für die Gäste aus Sarow, die sich über weite Strecken der Partie leidenschaftlich gegen die Niederlage gestemmt hatten.

Personalsorgen und ein früher Doppelschock

Dabei waren die Vorzeichen für den SV Traktor Sarow alles andere als optimal. Die Gäste reisten mit extremen Personalsorgen an: Mit T. Lange, G. Kellmann und Stepenow fehlte verletzungs- und ausfallbedingt die komplette etatmäßige Abwehrreihe. Zudem mussten im Mittelfeld die wichtigen Akteure John, Grimmberger und Pook ersetzt werden – ein Substanzverlust, der sich vor allem im Verlauf der kräftezehrenden zweiten Halbzeit bemerkbar machen sollte.

Die Partie war kaum angepfiffen, da folgte in der elften Spielminute der absolute Schockmoment für Sarow. Unmittelbar nachdem den Gästen auf der Gegenseite ein klarer Elfmeter verwehrt geblieben war, erzielte Ben-Luca Studt das frühe 1:0 für Völschow. Doch viel schwerer als der Gegentreffer wog die Verletzung von Sarows Keeper Jerome Jentze in dieser Szene. Nach einer längeren Erstversorgung auf dem Platz stand fest: Für ihn ging es nicht zurück ins Tor, sondern direkt ins Krankenhaus, sein Knie sah nicht gut aus.

Offener Schlagabtausch vor der Pause

Die Sarower bewiesen nach dieser langen Spielunterbrechung jedoch Moral. Sie bissen sich in die Partie und suchten spielerische Lösungen über das Mittelfeld. Belohnt wurde dieser Aufwand in der 26. Minute, als Mathis Hahn zum vielumjubelten 1:1-Ausgleich traf.

In der Folge entwickelte sich ein munterer, aber auch fehleranfälliger Schlagabtausch. Beide Defensivreihen zeigten im ersten Durchgang einige Unsicherheiten. Völschow agierte immer wieder mit gefährlichen langen Bällen, bei denen Sturmvogel-Akteur Tommy Lewerenz ein ums andere Mal im Fokus stand. Eine Unachtsamkeit in der Sarower Hintermannschaft nutzte Christian Gamradt in der 32. Minute zur erneuten Völschower Führung (2:1). Traktor schüttelte sich jedoch nur kurz und schlug noch vor dem Pausenpfiff zurück: Nachdem Paul Giermann zunächst am Torwart gescheitert war, schaltete Aleks Dimov am schnellsten und staubte zum 2:2-Pausenstand ab (40.).

Völschow defensiv stabiler – Ohm bricht den Bann per Freistoß

Nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste die große Chance, das Spiel komplett auf ihre Seite zu ziehen: In der 60. Minute tauchte Paul Giermann gefährlich vor dem Gehäuse auf, vergab die Riesenchance zur Sarower Führung jedoch.

Je länger die Partie dauerte, desto mehr übernahm Völschow die Kontrolle. Die Defensive der Hausherren stand im zweiten Durchgang um Abwehrchef Fabian Marx im Zentrum deutlich stabiler und ließ kaum noch zwingende Aktionen zu. Auf der Gegenseite mangelte es den Sarower Angriffsbemühungen im letzten Drittel zunehmend an Geradlinigkeit, Klarheit und Präzision.

Die Vorentscheidung fiel in der 69. Spielminute durch ein Standardtor: Markus Ohm zirkelte einen Freistoß elegant über die Sarower Mauer hinweg zum 3:2 in die Maschen. In der Schlussphase mobilisierte Sarow noch einmal alle Kräfte und warf alles nach vorne, um den „Lucky Punch“ zu erzwingen – doch die Kräfte schwanden und die Lücken in der Abwehr wurden größer, was Völschow eiskalt durch die späten Tore von Rupp (88.) und Nast (90.) bestrafte.

Tabellensituation und Hoffnungsschimmer

Durch den Derbysieg klettert die SG Sturmvogel Völschow auf den sechsten Tabellenplatz, für den SV Traktor Sarow hingegen spitzt sich die Lage im Tabellenkeller zu: Das Team rutscht auf den zehnten Rang ab und steckt weiterhin im Abstiegskampf.

Mut macht den Sarowern für das Saisonfinale jedoch der Spielplan. In den verbleibenden drei Partien genießt Traktor dreimal in Folge Heimrecht – eine perfekte Gelegenheit, um mit den eigenen Fans im Rücken die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einzufahren.

Traktor Sarow:

Jentze (ab 11.min Wollenburg) – Hell, O.Lange, Garz, E.Hahn, Dimov, E.Giermann, Siderov, Olsowski (ab 80.min Baumgardt), P.Giermann, M.Hahn

Tore:

1:0  (11.min)  Studt

1:1  (26.min)  M.Hahn

2:1  (32.min)  Gamradt

2:2  (40.min)  Dimov

3:2  (69.min)  Olm

4:2  (88.min)  Rupp

5:2  (90.min)  Nast

Gelbe Karten:

E.Hahn (82.min/Foul), O.Lange (84.min/Foul)

Schiedsrichter:

Domroese / Milbradt, Schramm

 

Bilder vom Spiel